Kategorie: Selbst Bauen

Anleitungen und Tipps

Ein Chesapeake 17 entsteht

Schritt für Schritt zeigen hier zwei begeisterte Bootsbauer, wie sie ihr neues Chesapeake 17 Kajak bauen. 

TAG 1 – Es geht los

Die Planken für den Rumpf des Bootes wurden bei CRAFTBOAT mit der CNC Fräse hochpräzise vorbereitet. Somit kann der Bau sofort mit konstruktiven Arbeiten beginnen.

In diesem Fall ist der erste Schritt das Aufleimen der Wegerleisten auf den späteren Rand des Rumpfes. Die Wegerleisten werden benötigt, damit man im späteren Verlauf das Deck auf dem Rumpf aufkleben kann. 

Aufleimen der Wegerleisten
Die Wegerleisten werden aufgeleimt

TAG 1 – Es geht los

Die Planken für den Rumpf des Bootes wurden bei CRAFTBOAT mit der CNC Fräse hochpräzise vorbereitet. Somit kann der Bau sofort mit konstruktiven Arbeiten beginnen.

In diesem Fall ist der erste Schritt das Aufleimen der Wegerleisten auf den späteren Rand des Rumpfes. Die Wegerleisten werden benötigt, damit man im späteren Verlauf das Deck auf dem Rumpf aufkleben kann. 

Rumpf fertigen

Der Rumpf wird mit Kupferdrähten locker zusammengenäht. Der „Stitcg“ (noch ohne„Glue). Dann werden die Komponenten aneinandergefügt und sorgsam ausgerichtet. Bevor dann alle Drähte festgezogen werden und die Form des Rumpfes fixieren.

Wenn der Rumpf ausgerichtet ist werden die Schotten eingepasst.

Einfügen der Schotten in ein Kajak
Einbau der Schotten

Hohlkehlen einziehen

Abschließend werden die Hohlkehlen eingezogen und mit Glasfasern verstärkt. Diese Konstruktion gibt dem Rumpf später die volle Stabilität. 

Hohlkehlen einziehen
Die Hohlkehlen werden eingezogen

Das war es für den Tag 1 – es ist schon viel geschafft!

Der Beitrag wird in den nächsten Tagen fortgesetzt….

Bau eines SUP in SPANTENBAUWEISE

Ein KAHOLO Stand Up Paddleboard (SUP) im Bau

In diesem Beitrag werden wir den Bau eines KAHOLO 14 SUP in Spantenbauweise Schritt für Schritt verfolgen und erklären. Manchmal sagt ein Bild mehr als 1000 Worte – deshalb gibt es natürlich auch einige Fotos dazu.

Das gezeigte DIY-Projekt wurde 2020 in der CRAFTBOAT Werkstatt fertig gebaut, es wurden 6 Tage benötigt. 

Die CNC präzisionsgefrästen Spanten für ein Kaholo 14 SUP
Die CNC präzisionsgefrästen Spanten für ein Kaholo 14 SUP

Vorbereitungen

Wichtig ist die präzise Vorbereitung der Materialien. Bei uns in der CRAFTBOAT-Werkstatt werden die Spanten sowie alle Decks- und Rumpfteile mit einer computergesteuerten Fräse ausgeschnitten (CNC). Dadurch ist eine ideale Passform von vorneherein gegeben.

Für den Workshop bereiten wir folgende Bauteile auf diese Weise vor:

  • Alle Spanten (siehe Bild oben)
  • Seitenteile mit sog. Puzzle-Verbindern
  • Decks- und Rumpfteile mit Puzzle-Verbindern

Als Ausgangsmaterial verwenden wir 4mm starke Schälfurnier-Platten aus Okoumé Bootsbausperrholz, welches wasserfest verleimt ist. Die Okoumé – Platten sind sehr leicht und dennoch robust, ausserdem sieht das Board nach Fertigstellung einfach wunderschön aus.

Schäften der Wegerleisten

Die Wegerleisten werden benötigt, damit man im späteren Verlauf das Deck auf dem Rumpf aufkleben kann. Die nötige Länge von bis zu 4,20 m wird durch Schäftung erreicht. Gute Schäftungen sind min. 8 x so lang wie der Querschnitt des Bauteils und haben anschließend sogar eine höhere Festigkeit als das Ausgangsmaterial!

Die Wegerleisten werden geschäftet um die nötige Länge zu erreichen

Laminieren I

Während die Schäftung aushärtet wird das spätere Deck mit Glasfasergewebe laminiert. Dies ist wichtig, damit das Deck im fertigen Zustand sowohl von der Oberseite als auch von der Unterseite her mit Faserverstärkungen (GFK) verstärkt wird. Hier steht schließlich der Paddler mit Gepäck!

Natürlich wird beim Laminieren auf Ordnung geachtet: Der Boden ist mit Folie abgedeckt und (nicht im Bild) während des Laminieren tragen wir selbstverständlich Persönliche Schutzausrüstung.

Das Deck wird auch auf der Unterseite mit Glasfasern laminiert.
Einer der ersten Arbeitsschritte: Nähen der Seitenteile am Bug
Einer der ersten Arbeitsschritte: Nähen der Seitenteile am Bug

Stitch & Glue. Hier: Stitch

Das Kaholo 14 wird in Stitch & Glue Bauweise hergestellt, also “nähen & kleben”. Den Anfang macht das Nähen. Hier weren zunächst die Rumpfseitenteile am Bug mit dünnen Kupferdrähten vernäht. Die Löcher sind praktischerweise ebenfalls von der CNC-Fräse bereits vorgebohrt.

Die Spanten 1 bis 4 sind an ihrem Platz
Die Spanten 1 bis 4 sind an ihrem Platz

Anschließend werden die Spanten – hübsch eine nach der anderen – eingenäht. Wie man sieht haben wir vorher die Wegerleisten (im Bild unten links und rechts) auf die Seiten aufgeklebt und mit dem Hobel nachbearbeitet, um Gewicht zu sparen.

Rumpf vernähen

Sind die Spanten alle am richtigen Ort werden die Bodenelemente eingenäht. Hier im Bild siehst du das fertige Ergebnis, nachdem der Rumpf umgedreht und in die Bauformen eingelegt wurde.

Kaholo 14: Alle Spanten sind an ihrer Position eingenäht
Bauform für das SUP Kaholo 14
Eine präzise Bauform erleichtert den weiteren Zusammenbau enorm!

Hohlkehlen aus Epoxidharz

Die Spanten wurden bisher nur mit relativ kleinen Epoxidharz-Klebepunkten mit dem Rumpf verklebt. Nachdem nun die Drähte alle wieder entfernt werden konnten steht dem Einziehen von Hohlkehlen nichts mehr im Wege.

Sowohl die Stöße der Bodenplatten, desÜberganges in die Seitenwand aber auch die Verbindung zu den Spanten werden durch robuste Hohlkehlen aus angedicktem Epoxidharz verklebt. Da heißt es schnell sein, denn wenn das Epoxidharz angedickt ist, dann sinkt die Verarbeitungszeit (Topfzeit) rapide!

Damit ihr es gut sehen könnt haben wir hier die Kehlen schwarz eingefärbt – das muss man aber nicht tun, sie sind später sowieso unsichtbar!

Hohlkehlen aus Epoxi geben hohe Festigkeit
Hohlkehlen aus Epoxi geben hohe Festigkeit

Die Rumpfinnenseite, die Spanten und die Längsträger (Stringer) werden mit Epoxi eingelassen, um sie wasserfest zu versiegeln.

Montage des Decks

Anschließend kann die sog. Hochzeit erfolgen, indem das Deck auf den Rumpf geleimt wird. Vorher müssen aber einige Vorarbeiten erledigt werden:

  • Einleimen von Verstärkungen für den Tragegriff
  • Einleimen einer Verstärkung für die Aufnahme einer US-Finbox (wir haben uns für diese Version entschieden, da sie mehr Möglichkeiten bei der Wahl der Finne bietet, als die fest aufgeklebten Finnen des Kaholo SUP)
  • Hobeln der Wegerleisten

Im Bild unten wird gezeigt, wie mit einem kleinen Handhobel die Wegerleisten so gehobelt werden, dass eine gleichmäßige Auflage für das Deck entsteht, die in einer Ebene mit den Spanten liegt.

Wegerleisten hobeln
Hobeln der Wegerleisten

Bei der Montage des Decks ist es besonders wichtig, dass das Deck an allen Auflagepunkten Kontakt hat: Also zu den Wegerleisten, den Spanten und den Stringern. Dazu ist alles erlaubt:

  • Gurte
  • Gewichte
  • Querstreben, die vorsichtig (!) mit Zwingen angezogen werden
  • Stretchfolie

Das Deck steht umlaufend einige Zentimeter über, damit später ein glatter Abschluss erfolgt.

Die Verklebung des Decks erfolgt üblicherweise mit Epoxidharz, das zuvor mit Verdickungsmitteln versetzt wird. Dieses sog. Thixotropieren verhindert, dass das Epoxi abläuft oder einfach vom Holz aufgesaugt wird. Wir haben aber auch schon mit Kombinationen von Wasserfestem D3-Leim und PUR-Kleber gearbeitet und damit keine Schwierigkeiten gehabt.

Aufkleben des Decks

Abschlussarbeiten am SUP

Nachdem die Verklebung ausgehärtet ist wird das Deck bündig zum Rumpf ausgearbeitet. Zunächst wird mit der Stichsäge groß vorgearbeitet, die Feinarbeit macht dann eine kleine Oberfräse mit einem Bündigfräser.

Der überstehende Teil des Decks wird bündig zum Rumpf gefräst
Der überstehende Teil des Decks wird bündig zum Rumpf gefräst

Fertigstellung

Anschließend ist das SUP in seiner endgültigen Form fertiggestellt. Glückwunsch!

Das Ausarbeiten der Oberfläche durch Schleifen und das Aufbringen der abschließenden Schutzschicht aus GFK behandeln wir in separaten Blogbeiträgen. Ebenso das Einsetzen von Finnenkasten, Leachplug und Ventil.